
ISBN 978-3-527-33084-3
2011
229 Seiten, 20 Abb., Gebunden
€ 24,90
Wie wird man ein weltweit führender Biochemiker, ohne auch nur eine einzige Lehrveranstaltung in diesem Fach besucht zu haben? Gottfried Schatz, der in Österreich geboren wurde und heute in der Schweiz lebt, studierte ab 1954 Chemie in Graz. Ihn faszinierte die Biochemie, die damals in den USA ihren Siegeszug begann, in Deutschland und Österreich aber noch vor sich hindämmerte. Er schrieb an die damals führenden Biochemiker Postkarten mit der knappen Bitte "Please send me copies of all your papers". Es erreichte ihn unter anderen ein großes Paket des US-Amerikaners David E. Green, der ihm tatsächlich Kopien all seiner Publikationen schickte. Mit Hilfe dieser Lektüre fand Gottfried Schatz zu seinem Lebensthema - den Mitochondrien. In seinem neuen Buch "Feuersucher. Die Jagd nach dem Geheimnis der Lebensenergie" beschreibt Schatz die Mitochondrien als "Lebensfeuer, die in uns brennen".
Gottfried Schatz schreibt fesselnd, packend, pointiert, bisweilen poetisch. Als Naturwissenschaftler hat er die seltene Fähigkeit, eine Welt, die sonst vor allem einem Fachpublikum vorbehalten ist, einer breiten Leserschaft zu öffnen. In "Feuersucher" erzählt er von dem spannenden Wettlauf um die Entdeckung der Rätsel der Zellatmung. Dabei lässt Gottfried Schatz viele große Biochemiker des letzten Jahrhunderts in facettenreichen Schilderungen wieder lebendig werden. Die vom renommierten Biophysiker P. Leslie Dutton handgezeichneten Porträts und schematischen Zeichnungen verleihen dem Buch zusätzlich ein besonderes Flair.
Schatz, der für seine literarisch-wissenschaftlichen Beiträge vor kurzem mit dem Europäischen Wissenschafts-Kulturpreis der Kulturstiftung "Pro Europa" ausgezeichnet wurde, berichtet von seinem spannenden Lebensweg: hinaus aus einem Nachkriegsösterreich, dessen Atmosphäre ihn geistig lähmte, hinein in die aufregende Welt der explodierenden naturwissenschaftlichen Forschung in der neuen Welt, in der ihm viele österreichische und deutsche Emigranten-Forscher begegneten und unterstützten. Ihre bedeutende Arbeit und ihr Leben für die Wissenschaft würdigt Schatz in seinem mitreißenden Buch mit Skizzen, Anekdoten und Reflexionen. Gleichzeitig hat er ein Buch vorgelegt, das künftig als Blaupause für eine gelungene Kulturvermittlung gelten kann. Denn, so sagt Schatz:
"In einer Welt die immer komplexer wird, braucht es auch immer mehr Menschen, die diese Welt nicht nur berechnen, sondern auch begreifbar machen können."