
ISBN 978-3-527-32893-2
2011
336 Seiten, Gebunden
€ 24,90
Therapien gegen Volkskrankheiten wie Diabetes und Arteriosklerose oder Medikamente gegen zu hohes Blutcholesterin gehen auf die Entdeckungen eines Mannes zurück: Feodor Lynen. Der Münchner Chemiker und Nobelpreisträger identifizierte die Substanzen, mit denen Zellen ihren Energiehaushalt steuern und lieferte somit wertvolle Einblicke in die Biochemie des Stoffwechsels und seiner Katalysatoren.
Die Autorin Heike Will legt mit Feodor Lynen, "Sei naiv und mach' ein Experiment" die erste umfassende Biografie des Wissenschaftlers vor und zeichnet sein bewegtes Forscherleben nach. 1911 in München geboren, studierte er von 1930 bis 1934 dort Chemie. 1937 promovierte er unter Anleitung des Nobelpreisträgers Heinrich Wieland. 1950 glückte Lynen der wissenschaftliche Durchbruch: Er entdeckte eine "aktivierte Essigsäure", das an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligte Acetyl-Coenzym A. Damit war sein Ruf als herausragender Biochemiker begründet. Zusammen mit Konrad Bloch erhielt er 1964 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin in Würdigung seiner Arbeiten über den Mechanismus und die Regulierung des Cholesterin- und Fettsäurestoffwechsels.
Heike Will beleuchtet die verschiedenen Facetten Feodor Lynens, erzählt vom ruhelosen Forscher, der mehr auf ein Experiment gab als auf Diskussionen. Sie berichtet vom Diplomaten, der es verstand, länderübergreifend Brücken im Wissenschaftsbetrieb zu schlagen und nicht zuletzt vom heimatverbundenen Bayern, der trotz vieler ehrenvoller Berufungen aus aller Welt zeitlebens München treu blieb. Dass 2011 der 100. Geburtstag von Feodor Lynen mit dem Internationalen Jahr der Chemie zusammenfällt, ist ein angemessener Grund, des Ausnahmewissenschaftlers zu gedenken.